Break Through

Break through

Philipp Artus

Berlin 2011 • 2 Videoprojektoren, 2 Mediaplayer, 4 Lautsprecher • 6 Min.

Arachnophobie, die Angst vor Spinnentieren, ist weit verbreitet. Rund ein Drittel aller Menschen in Europa fürchten sich vor den Achtbeinern. Setzt man sich Philipp Artus´ Videoinstallation „Spider“ aus, können allerdings selbst jene, die Spinnen im Alltag furchtlos gegenübertreten, Anflüge von Arachnophobie überkommen.
Zwei überdimensional große Spinnen zerstören hier lustvoll und unermüdlich die Wände eines augenscheinlich von seinen menschlichen Bewohnern verlassenen Hauses. Begleitet wird ihr Wüten von intensiven, ins Mark gehenden Geräuschen. Wände, welche die Funktion haben ein Haus zu stützen oder Räume voneinander abzutrennen, die wir üblicherweise als etwas Massives und Beständiges wahrnehmen, werden von den beiden Tieren mit Leichtigkeit aufgerissen und in Fragmente zerlegt. Fast spielerisch muten dabei die Bewegungen der Spinnen an. Am Ende bleibt von der ehemaligen, der bewohnten Oberfläche kaum ein Rest. Zu sehen ist die entblößte, plötzlich nackt erscheinende Unterkonstruktion. In ihrer ursprünglich komplementär angelegten Farbwelt haben sich die Räume einander wieder angenähert.
Die gegenüberliegende, getrennte Anordnung der beiden Projektionen erfordert vom Betrachter die ständige Festlegung auf eine einzige Wand. Es wird ihm unmöglich gemacht, beide Spinnen gleichzeitig in ihrer Rage zu beobachten. Auf der Tonebene indes – sie ist ähnlich wie auch die Bildwelt angelehnt an amerikanische B-Movies – kann das Werk beider Spinnen und die Zerstörung der Wände gleichzeitig erfasst werden.
„Break Through“ wurde von Philipp Artus als Assoziation zum Fall der Berliner Mauer und die vorhergehende Teilung Deutschlands konzipiert. Darüber hinausgehend lädt seine Installation aber zur Reflektion über Dualismus, über echte und über scheinbare Gegensätze und über deren Annäherung ein.

www.philippartus.com