URSONETT: Crown of Sonnets or Corona Sequence

URSONETT: Crown of sonnets or corona sequence

Frank Geßner

14 & 1 Magistrale • Berlin 2016/2020 • 15-Kanäle, Smartinstallation • Loop 01:44 Min.

Ein Sonett ist eine Gedichtform, die aus vierzehn metrisch gegliederten Verszeilen besteht. Meist ist es in zwei vierzeilige und zwei dreizeilige Strophen gegliedert. Vierzehn Sonette aneinandergereiht ergeben einen Sonettenkranz. Die letzte Zeile des vorhergehenden Sonetts ist dabei immer die erste Zeile des darauffolgenden, so werden die einzelnen Sonette miteinander verknüpft, man könnte sagen „verflochten“. Abgeschlossen wird der Kranz durch ein fünfzehntes Sonett, das Meistersonett, auch Magistrale (ital.) genannt. Dieses Meistersonett besteht aus allen Anfangs- bzw. Endzeilen der Einzelsonette. Seit acht Jahrhunderten entstehen Gedichte in Form von Sonetten, bis heute gilt diese Form als eine der bekanntesten Gedichtformen.

In seiner 15-Kanalinstallation „URSONETT: Crown of sonnets or corona sequence“ greift Frank Geßner die Struktur des Sonetts auf und übersetzt eine lyrische Form ins Audiovisuelle.
Seiner künstlerischen Herangehensweise entsprechend, verwebt er die gewählte Struktur dabei mit eigens hergestelltem Material, durch Zufall entstandenem Footage, sowie Fragmenten und der Symbolik voriger Arbeiten zu einem transmedialen Projekt. Es tauchen auf: Schriftarten aus vielen Jahren künstlerischen Schaffens, Reminiszenzen an abgeschlossene und laufende Projekte, jede Font mit ihrer ganz eigenen Ästhetik und Charakteristik. Das *-Zeichen als Symbol für Hypertextualität, für Fußnoten als ein diskursives Forum von Texten, für vernetztes Denken und nicht zuletzt als das weit verbreitete Gender-Sternchen. Und über allem liegt ein und die selbe Tonspur als Konstante, als Taktgeber. Diese Tonspur – so viel sei verraten – entstand rein zufällig während der Arbeit an dem Projekt. Es ist diese Kultivierung von Zufällen zu etwas Neuem, etwas Anderem, was für Frank Geßner wahre Kunst auszeichnet.

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