Visitors

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Gudrun Krebitz

Berlin 2020 • Ortsspezifische Installation • 3 Videoprojektoren, 3 Mediaplayer, Lautsprecher, Kopfhörer

Ich weiß nicht mehr, wie wir hierhergekommen sind.
Hier sind wir gesessen und haben in der Dunkelheit nach etwas gefischt.
Große Gesten, langweilige Bewegungen.
Wir haben etwas Wichtiges gefunden aber ich weiß nicht mehr, was es war und an dich kann ich mich auch nicht mehr richtig erinnern.
Mir ist nämlich das Handy ins Wasser gefallen und es hatte einen Kurzschluss.
Kann sein, dass ich dem nervlich nicht gewachsen bin, ich spreche da aus Erfahrung, meine
Herren.
Ist das jetzt ein Waschraum oder eine Kirche… Wenn du willst, verschwindet hier jedenfalls
etwas für immer.
Für immer (das ist aber ganz schön lange).
Ich hab´ Zeit. Wir sind zur Abwechslung nicht komplett alleine in der Dunkelheit.


(aus: Visitors)
Für ihre Videoinstallation „Visitors“ hat sich Gudrun Krebitz dem Verwalterhaus und dem umgebenden Friedhof als Besucherin angenähert. Beobachtungen und Begegnungen werden assoziativ aufgegriffen, begleitet von einer Erzählebene, die Wahrgenommenes ausspricht, interpretiert, den Dingen und dem Unausgesprochenen eine Stimme verleiht. Zeichnungen und Animationen verschmelzen mit vor Ort entstandenem Footage und öffnen Übergänge in andere Wirklichkeiten und Bewusstseinsräume. Sie erzählen vom Besuch eines Ortes, der – vom Verkehr zweier vielspuriger Straßen umtost – gleichzeitig in einer vermeintlich anderen Welt und doch mitten in Berlin liegt.

www.gudrunkrebitz.com